Pfotenwetter
Ratgeber · Hitze

Ab wann ist es zu heiß für den Hund?

Richtwerte für einen gesunden Hund, kein tierärztlicher Rat. Stand: 1. Oktober 2026.

Kurz gesagt: Für die meisten Hunde wird es ab 24 °C anstrengend und ab 28 °C heikel. Bei praller Sonne, bei Schwüle und bei kurznasigen Rassen liegen die Grenzen deutlich tiefer: Ein Mops steht an einem sonnigen Tag schon bei 16 °C auf Gelb.

Und: Nicht das Draußensein macht den Hitzschlag, sondern die Anstrengung dabei. Die Blase muss auch bei 30 °C geleert werden, nur eben langsam und im Schatten.

Die Schwellen ohne Sonne

Wie viel Wärme ein Hund verträgt, hängt an seinem Körperbau. Kurznasige Rassen können schlecht hecheln, schwere und langhaarige Rassen werden die Wärme schlecht los. Deshalb drei Stufen:

HitzeempfindlichkeitBeispieleGelb abRot ab
NormalLabrador, Beagle, Dackel, Jack Russell, Chihuahua24 °C28 °C
ErhöhtGolden Retriever, Schäferhund, Berner Sennenhund, Husky, Pudel, Border Collie20 °C28 °C
Sehr hochMops, Französische Bulldogge, Boxer, Shih Tzu20 °C25 °C

Gelb heißt: kürzer, langsamer, Schatten, Wasser dabei. Rot heißt: nur das Nötigste, keine Anstrengung, keine Ballspiele, Mittagshitze meiden.

Sonne: minus vier Grad

Scheint die Sonne so stark, dass sich der Asphalt über 40 °C aufheizt, sinkt die Gelb-Grenze um vier Grad und die Rot-Grenze um drei. Ein normal empfindlicher Hund ist dann schon bei 20 °C auf Gelb und bei 25 °C auf Rot. Das ist die am besten belegte aller Hitzeregeln: Bei 25 °C Luft und Sonne überschreitet Asphalt die 50 °C, ab denen Pfoten verbrennen. Mehr dazu im Ratgeber zu heißem Asphalt.

Bei bedecktem Himmel gilt der Abschlag nicht. Dann zählt die Tabelle oben.

Schwüle: Wenn 24 °C wie 28 wirken

Hunde kühlen sich durch Hecheln, also durch Verdunstung. Je feuchter die Luft, desto schlechter funktioniert das. Das Maß dafür ist der Taupunkt: Ab etwa 14 °C Taupunkt lässt die Verdunstung nach, und je Grad darüber wirkt die Luft rund zwei Drittel Grad wärmer.

Beispiel: 24 °C Luft bei 20 °C Taupunkt, also drückend schwül, wirken wie 28 °C. Für einen normal empfindlichen Hund ist das Rot, obwohl das Thermometer eine harmlose Zahl zeigt. Darum lohnt der Blick auf Taupunkt oder Luftfeuchte, nicht nur auf die Temperatur.

Warum die Anstrengung zählt

In der Fallserie von Bruchim und Kollegen (2006) waren 63 Prozent der Hitzschläge bei Hunden belastungsbedingt und nur 37 Prozent durch reine Umgebungswärme verursacht. Das heißt für die Runde: Ein ruhiger Spaziergang im Schatten ist auch bei 28 °C vertretbar. Rennen, Ballspiele und Fahrradbegleitung sind es ab Gelb nicht mehr.

Was hilft

Woher die Zahlen stammen

Die Sonnenregel ist belegt (Asphalt über 50 °C bei 25 °C Luft und Sonne). Die übrigen Grenzen sind eine Festlegung nach fachlicher Zweitmeinung: Konventionen, die auf der sicheren Seite liegen. Die Rassentabelle fasst Körperbau, Nasenlänge und Fell zusammen; ein Labrador mit Herzproblem ist hitzeempfindlich, obwohl seine Rasse es nicht ist. Deshalb lässt sich die Empfindlichkeit in der App auch unabhängig von der Rasse einstellen.

In der App

Die Gassi-Ampel rechnet das für euren Hund.

Pfotenwetter nimmt Temperatur, Sonne, Taupunkt, Wind und Wetter des Deutschen Wetterdienstes für euren Ort und zeigt eine Stufe: Grün, Gelb oder Rot, für jede Stunde der nächsten 24. Mit Rasse und Empfindlichkeit passt sie zu eurem Hund statt zu irgendeinem. Das Radar und die Ampel für einen gesunden Hund sind kostenlos, ohne Konto.

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Die Werte sind Richtwerte für einen gesunden Hund und keine tierärztliche Beratung. Alte, kranke, übergewichtige oder sehr junge Hunde vertragen weniger. Bei Krankheitszeichen bitte eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen.